Der Analoge Weg – Fotografie und Projekte

Der Analoge Weg

Warum Analoge Fotografie

In einer Welt, die von digitaler Schnelllebigkeit und visueller Überflutung geprägt ist, bedeutet der analoge Weg für mich kein Festhalten an Vergangenem, sondern eine bewusste Entscheidung für Fokus, Tiefe und Handwerk.

Bewusste Entschleunigung: Ohne Sofortkontrolle auf einem Display oder endlose Serienbildreihen verlagert sich die Aufmerksamkeit komplett auf den Augenblick. Zwölf Aufnahmen pro Rolle verlangen Respekt vor dem Motiv, Geduld beim Warten auf das richtige Licht und das Abwägen jedes einzelnen Auslösers.


Die Faszination der Mechanik: Das Zusammenspiel aus reiner Mechanik, Licht und physikalischem Film schafft eine unverfälschte Verbindung zum Handwerk. Jede Einstellung an Kameras wie der Mamiya RB67 oder Kiev 88 ist eine bewusste, haptische Entscheidung. 

Unverwechselbare Ästhetik & Haptik: Das natürliche Filmkorn, der immense Dynamikumfang von Mittel- und Großformaten und die organischen Grauwertverläufe verleihen den Aufnahmen eine physische Tiefe, die kein digitaler Sensor identisch nachbilden kann.
Es ist das Wandeln zwischen Licht, Zeit und Chemie – mit dem Ziel, aus einem flüchtigen Moment ein entschleunigtes Kunstwerk für die Ewigkeit zu schaffen.

Von der Kiev 88 zur Mamiya RB67 Pro S

Von Experiment zur absoluten Verlässlichkeit

Meine Reise im Mittelformat begann mit der Arsenal Kiev 88. Mit ihr habe ich die Faszination der 6x6-Quadratkomposition lieben gelernt – das bewusste Einstellen, das Arbeiten ohne Display und die unverwechselbare Ästhetik des mechanischen Auslösens. Doch der intensive Einsatz zeigte auch die Grenzen der Technik auf: Nach einem technischen Ausfall der Kiev stand ich mitten in der Vorbereitung meines ersten großen Architektur- und Fotoprojekts „Schatten einer vergangenen Welt“ in Berlin ohne verlässliches Mittelformat-System da.
Ein würdiger Ersatz musste her – eine Kamera, die unter allen Bedingungen kompromisslose mechanische Präzision liefert. Die Wahl fiel auf die Mamiya RB67 Pro S. Mit ihrem 6x7-Negativformat, dem drehbaren Magazin und dem Balgenauszug wurde sie zum idealen Werkzeug für das Berlin-Projekt. Sie brachte genau die Robustheit und optische Schärfe mit, die diese Architekturserie verlangte.

Historische Schätze in der Testphase

Neben den großen Mittelformat-Systemen schlägt mein Herz auch für die Pionierzeit der analogen Fotografie. Aktuell befinden sich zwei historische Faltkameras aus den 1930er-Jahren in meiner Testphase:
 Balda Juwela (ca. 1930): Ein klassischer 120-Film-Kamera-Veteran der Balda-Werke Dresden, der das entschleunigte Fotografieren auf seine ursprünglichste Form reduziert.
Agfa Billy Record (1933): Eine Ikonenkamera der 1930er-Jahre, mit der ich die Abbildungseigenschaften alter Objektivkonstruktionen auf modernem Schwarz-Weiß-Film erprobe.
Beide Systeme verkörpern für mich die Ästhetik einer vergangenen Epoche und fließen nach Abschluss der Tests in ausgewählte Detail- und Porträtstudien ein.

Faltkameras Geschichte in der Hand

Vom eigenhändigen Beschichten der Glas- oder Aluminiumplatten mit Kollodium im Dunkeln über das Belichten im Großformat bis hin zur Entwicklung direkt vor Ort: Dieses historische Verfahren von 1851 verwandelt jede Aufnahme in ein absolutes Unikat. Ein flüssiges Silberbild auf Glas oder Metall – unnachahmlich, physisch greifbar und die ultimative Form der Entschleunigung.

Die Zukunft: Wet Plate / Nassplatten-Fotografie

Der nächste Schritt: Die  Nassplatten Fotografie (Collodion Wet Plate)

Der analoge Weg führt noch tiefer in das pure Handwerk. Mein nächstes großes Meilenstein-Projekt wird die Nassplatten-Fotografie (Wet Plate Collodion) mit einer Intrepid 8x10 Großformatkamera sein.

Entdecken Sie die Welt der analogen Fotografie

Diese Aufnahmen entstanden an einen sonnigen Maitag in Hamburg,. Fotografiert mit der Arsenal Kiev 88, MC Volna 3 2.8 80 mit Fujifilm Neopan Acros II 100 120er Mittelformat 6x6

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